Über das Leben hinaus: Weg frei für islamische Gräberfelder in Buxtehude

Buxtehude, 01. Oktober 2026

Ein klares Bekenntnis zur vielfältigen Stadt

Viele muslimische Bürgerinnen und Bürger leben bereits in zweiter, dritter oder vierter Generation in Buxtehude. Unsere Hansestadt ist ihre Heimat. Der Wunsch, Verstorbene vor Ort nah bei ihren Familien und Angehörigen beizusetzen, entspricht der Lebensrealität und ist ein wichtiges Zeichen gelungener Integration sowie lokaler Identität.

„Mit diesem Beschluss setzen wir ein klares Zeichen: Wer hier lebt und zu unserer Stadt gehört, soll auch hier würdevoll und nach seinen religiösen Traditionen bestattet werden können. Wir schaffen damit Verlässlichkeit für die betroffenen Familien,“ betont Niels Großkreutz (SPD). 

Lars Niebuhr (Bündnis 90/Die Grünen) ergänzt: „Wir geben damit ein klares Bekenntnis zur vielfältigen Stadt ab. In Buxtehude sind alle Religionen willkommen.” „Wir danken den Verantwortlichen bei den städtischen Betrieben ausdrücklich für ihre hervorragende Vorarbeit,” fügte die Co-Fraktionsvorsitzende Bente Rosebrock an.

„Es handelt sich hierbei um ein Herzensanliegen“, ergänzt Clemens Ultsch von Die Linke, der die Bestattungsmöglichkeit für Menschen muslimischen Glaubens ursprünglich durch eine Anfrage an die Verwaltung lanciert hat. „Umso mehr freue ich mich, dass wir diesen gemeinsamen Antrag von Rot-Rot-Grün mit großer Mehrheit zum Beschluss durch den Rat empfohlen haben.“ 

Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 05.10.2026 in öffentlicher Sitzung ab 19 Uhr.

Breite Unterstützung und positives Signal aus der Gemeinde

Der gemeinsamen Initiative der drei Fraktionen schlossen sich in der Ausschusssitzung alle demokratischen Kräfte an; einzig die CDU-Fraktion stimmte gegen das Vorhaben. Auch Vertreter der islamischen Gemeinde Buxtehude zeigten sich nach der Abstimmung erleichtert.

Erkan Dündar (Islamische Gemeinde Buxtehude): „Als gebürtiger Buxtehuder bin ich selbst ein lebendiges Beispiel dafür, dass muslimisches Leben seit mindestens fünf Jahrzehnten zu unserer Stadt gehört. Umso wichtiger ist für uns, dass wir nun einen konkreten und längst überfälligen Schritt dahin gehen, auch über den Tod hinaus mit der Stadt verbunden zu bleiben, die für viele von uns längst Heimat ist. Unser Dank gilt allen Beteiligten aus Politik, Stadtverwaltung und städtischen Betrieben.“

Nächste Schritte

Die Verwaltung wird nun die konkreten Rahmenbedingungen und rituellen Anforderungen – wie die Ausrichtung der Gräber gen Mekka sowie die Ermöglichung sargloser Bestattungen im Leichentuch im Rahmen der geltenden Friedhofssatzung – weiter ausarbeiten. Der finale Beschluss erfolgt anschließend im Rat der Hansestadt Buxtehude.

Wir sind jetzt auch im Fediver…