Grüne fordern nach der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz (ASUK) ein klares Bekenntnis zum Klimabeschluss und zum Hitzeschutz. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz (ASUK) hat sich am 22. September 2026 mit dem aktuellen Sachstand zum Klimaschutzkonzept 2.0 befasst. Das Ergebnis, vorgestellt von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung, ist eindeutig: Die Gesamtstadt bewegt sich weiterhin im Trendszenario statt im Klimaschutzszenario und bei den eigenen Gebäuden liegt die Verwaltung sogar noch darüber. Für uns ist das kein Argument gegen das Ziel, sondern der Beleg, dass es beim Tempo hakt, nicht beim Ziel.
„Wer 2035 jetzt als Symbolpolitik abtut, sollte sich den eigenen Sachstandsbericht der Verwaltung ansehen“, sagt Uli Felgentreu, Co-Fraktionssprecher. „Der Rat hat 2022 beschlossen: Der öffentliche Sektor muss bis 2035 klimaneutral werden. Muss, nicht soll. Und ausgerechnet bei den eigenen Gebäuden liegen wir schlechter als im bloßen Trend. Mehr als die Hälfte der Emissionen der Verwaltung entsteht in den Schulen, und die Wärmeversorgung der städtischen Gebäude ist noch fast vollständig auf Erdgas angewiesen. Das ist kein Naturgesetz, das ist eine politische Entscheidung, die wir jetzt korrigieren müssen.“
Auch bei den Kosten zeigt sich, was es bedeutet nicht zu handeln: Die Wärme- und Stromkosten der Verwaltung sind von rund 1,6 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 2,2 Millionen Euro im Jahr 2025 gestiegen, unter anderem durch die Rückkehr des vollen Mehrwertsteuersatzes auf Erdgas. Jedes Jahr am fossilen Gas ist damit auch ein Jahr voller finanzieller Risiken für den städtischen Haushalt.
Positiv: Mit dem Ratsbeschluss zur kommunalen Wärmeplanung vom 22. Juni 2026 liegt inzwischen eine belastbare Grundlage vor. Sie zeigt, dass rund 93 Prozent der Wärmeversorgung in Buxtehude noch aus fossilen Energieträgern stammen und knapp die Hälfte der Gebäude sanierungsbedürftig sind. Fünf Gebiete, darunter Nordwest und Stieglitzweg, werden nun auf mögliche Wärmenetze geprüft. „Das ist der richtige Schritt“, so Bente Rosebrock. „Jetzt muss aus der Planung zügig eine Umsetzung werden, vor allem bei den eigenen Schulgebäuden, wo die Stadt direkten Zugriff hat und mit gutem Beispiel vorangehen kann und im Rahmen des Masterplans Grundschulen haben wir in dem Bereich die große Chance richtig voranzukommen.“
Klimaschutz und Klimaanpassung gehören für die Grünen zusammen. Das 2023 auf grüne Initiative angestoßene Schwammstadtkonzept muss verbindlich in jeden neuen Bebauungsplan und jede Straßensanierung einfließen, das aktuell in Arbeit befindliche Klimaanpassungskonzept braucht einen festen Zeitplan zur Beschlussfassung. Zusätzlich fordern die Grünen einen kommunalen Hitzeaktionsplan. Nach der aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts reden wir von allein rund 16.000 Todesfälle in Deutschland, in diesem Sommer, die auf den Klimawandel zurück gehen. Wir haben seit dem Beschluss 2022 schon viel auf den Weg gebracht, jetzt ist es aber an der Zeit das konsequent umzusetzen und das Tempo zu erhöhen.
„Die Stadtverwaltung selbst benennt die Hemmnisse: lange Planungszeiträume, Finanzierung, Kapazitäten, Priorisierung“, sagt Uli Felgentreu. „Das ist ehrlich, aber es darf keine Ausrede werden. Wir erwarten von der neuen Ratsmehrheit ein klares Bekenntnis: Klimaneutralität 2035 bleibt das Ziel, und die Schulsanierung mit Solar und Wärmepumpen statt Gas wird zur Priorität Nummer eins.“
Lara Majewski Co-Vorstandssprecherin von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN OV Buxtehude-Apensen
Foto von Hasan Mrad auf Unsplash